Nachlese Podiumsdiskussion "Wozu noch Banken?"

Vor 25 Jahren sah die Welt der „Banker“ golden aus: Spitzen-Gehälter, Boniausschüttungen sowie ein Top-Image. 2019 hat sich diese Welt völlig verändert und es stellt sich die Frage: Braucht der Konsument, die Konsumentin überhaupt noch eine Bank, geschweige denn eine Bankberaterin oder Bankberater? 

Bei der Podiumsdiskussion an der FH des BFI Wien, Hochschule für Wirtschaft, Management & Finance, waren sich die Experten und Expertinnen einig: Ja, aber anders.

Transparenz gefordert

Denn nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Kundenverhalten hat sich eklatant verändert: gefordert wird Transparenz, Vergleichbarkeit und proaktives Handeln im Sinne der KundInnen. Für Banken bedeutet dies, sich zu bewegen. Bankprodukte müssen für die Konsumenten transparent gestaltet sein. BeraterInnen müssen in der Lage sein, sich auf die Lebenswelten der KundInnen einzulassen und diese zu begleiten. Flexibilität ist gefragt.

Doch für Flexibilität ist eine Voraussetzung Know-how. Wer sich auskennt, kann flexibel reagieren. Hier kommen die Fachkenntnisse und Ausbildung der zukünftigen Bankberater und –beraterinnen ins Spiel. Gefragt ist nicht mehr der „Banker“, sondern BeraterInnen, die vernetzt agieren.

Profunde kaufmännische Kenntnisse sind gefragt, ergänzt durch Querschnittskenntnisse: IT, Projektmanagement, Soft Skills.

Bedarf und Realität

Der ideale Mitarbeiter und die ideale Mitarbeiterin einer Bank soll sich in diesen Welten souverän bewegen und diese Kenntnisse und Fähigkeiten inhärent haben, interdisziplinär denken und handeln, proaktiv agieren. Damit dies funktionieren kann, sind Aus- und Weiterbildung gefordert. Und tatsächlich:  73% der CEOs von Banken sind der Meinung, in IT und Weiterbildung muss investiert werden. In der Realität tun dies jedoch gerade mal 4%. 

Wer also bereits von Haus aus eine ausgezeichnete Ausbildung für die komplexe Tätigkeit in einer Bank mitbringt, bereit ist, sich weiterzubilden und über den Tellerrand hinaus zu schauen, wird auch weiterhin einen Top-Job in der Bankenbranche haben. Und mit dazu beitragen, dass es auch weiterhin Banken geben wird - weit über 2019 hinaus: Mit steigendem Image, der notwendigen Stabilität und größtmöglichen Flexibilität.

So der Tenor der ExpertInnen-Runde.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Karin Bauer, derStandard.

Auf dem Podium diskutierten:

  • Giovanna Ferraris - Senior Manager, Deloitte Consulting GmbH
  • Gernot Kreiger - Leiter des Studiengangs "Bank & Finanzwirtschaft", FH des BFI Wien
  • Christian Lacher - Geschäftsführer, SKS Österreich
  • Markus Posch - Head of Group HR, Erste Group Bank AG
  • Josef Trawöger - Vorstandsvorsitzender, Österreichische Beamtenversicherung

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Moderatorin Karin Bauer vom Standard eröffnet den AbendJosef Trawöger, Vorstandsvorsitzender, Österreichische BeamtenversicherungMarkus Posch, Head of Group HR, Erste Group Bank AGGiovanna Ferraris, Senior Manager, Deloitte Consulting GmbHGernot Kreiger - Leiter des Studiengangs "Bank & Finanzwirtschaft", FH des BFI Wien
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