FH-WORKINGPAPERS

ÖKONOMISCHE ABSCHREIBUNG ALS ANSATZ ZUR PREISRECHTFERTIGUNG IN REGULIERTEN MÄRKTEN

AutorInnen
Franz Krump
Erscheinungsdatum
22.08.2005
Studiengang
Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung, BA
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ABSTRACT

Für anlagenintensive Unternehmen in regulierten Märkten spielt die Ermittlung der Abschreibungskosten eine wesentliche Rolle bei der Genehmigung kostendeckender Preise. Während zur Problematik steigender Wiederbeschaffungswerte eine Vielzahl von Ansätzen und Methoden entwickelt wurde, erfährt das Phänomen sinkender Wiederbeschaffungswerte erst in den letzten Jahren entsprechende Beachtung, z.B. in der Telekomindustrie, wo Investitionen in IT-Hardware ein wesentlicher Faktor sind. Für derartige Konstellationen eignet sich das Modell der ökonomischen Abschreibung, wo sich die periodische Abschreibung nicht nach den Wiederbeschaffungsneuwerten für die Anschaffung einer Anlage (Tagesneupreise) richtet, sondern nach den aktuellen Tagesgebraucht- oder Wiederbeschaffungsrestwerten. Das zentrale Merkmal der ökonomischen Abschreibung liegt darin, dass in jeder Periode die Differenz zwischen den Tagesgebrauchtwerten abgeschrieben wird. Wie bei den Verfahren der Abschreibung von Wiederbeschaffungspreisen berücksichtigt man die jeweils auf dem Markt geltenden Anlagenpreise, bezieht diese aber auf das Anlagenalter im Betrachtungszeitpunkt. Die periodische Abschreibung gibt damit auch die durch die Nutzung der Anlage und durch Preisänderungen auf dem Beschaffungsmarkt bewirkte Wertminderung des genutzten Anlagegutes wieder. Ergänzend kann in Industrien mit schneller technologischer Entwicklung das Konzept der ökonomischen Abschreibung mit dem Konzept offener Abschreibungspläne kombiniert werden, wodurch fortwährend neu verfügbare Informationen durch eine Anpassung der Abschreibungspläne berücksichtigt werden. Das vorgestellte Konzept der ökonomischen Abschreibung kann in anlagenintensiven Branchen mit Preisrechtfertigungsdruck ein sinnvolles Instrument zur Absicherung der Unternehmenssubstanz sein.
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