Working Papers

Best Practice nachhaltige Standortentwicklung

AutorInnen: Andreas Breinbauer, Johannes Leitner, Katharina Becker

Erscheinungsdatum: 05.07.2017

Studiengang: HQ Standort Wien

Abstract

Nicht nur Emerging Markets, auch OECD-Märkte sind beständig um die Anziehung von ausländischen Direktinvestitionen (ADI) bemüht. In den vergangenen Jahrzehnten kann hierbei eine ständige Weiterentwicklung in der Professionalisierung der Anwerbung von Investitionen beobachtet werden. Während in der ersten, frühen Phase Staaten in erster Linie passiv als Empfänger agierten und kaum aktiv Signale mit Bezug auf die eigene Attraktivität setzten, ist die zweite Phase durch die Etablierung von – in der Regel staatlichen – Investitionsagenturen, sogenannten Investment Promotion Agencies (IPA), gekennzeichnet. Deren Aufgabe besteht darin, den jeweiligen Investitionsstandort bestmöglich zu vermarkten, wobei die Zielsetzung in dieser zweiten Phase noch sehr unspezifisch die undifferenzierte Anwerbung von ADI zum Inhalt hatte. Ein zunehmende Differenzierung und Spezifizierung bezüglich des anzuwerbenden Kapitals charakterisiert die dritte Phase, in der nationale oder regionale Industrialisierungsstrategien ausgearbeitet werden und die IPA die Aufgabe übernehmen, diejenigen Investitionen zu bekommen, die einen größtmöglichen „fit“ mit der jeweiligen nationalen oder regionalen Strategie sicherstellen. Die jüngste Generation der IPA ist derzeit weltweit noch durchwegs nur sporadisch zu beobachten: Diese IPAs der vierten Phase berücksichtigen mehr oder weniger explizit Nachhaltigkeitskriterien in ihren Promotionsmaßnahmen.

Die Nachhaltigkeitskriterien beziehen sich auf ökonomische, soziale und umweltpolitische Nachhaltigkeit. Konkret wird aber hier nur sehr wenig Bezug auf die globalen/regionalen/nationalen Tools und Handlungsanleitungen zur Nachhaltigkeit genommen. Auch die österreichische IPA Austrian Business Agency orientiert sich nicht explizit an Nachhaltigkeitszielen, da dies bis dato kein Mandatsauftrag ist. Im Vordergrund steht, wie bei allen anderen regionalen Betriebsansiedlungsgesellschaften, die Maximierung der Ansiedlungsergebnisse.