FH-WORKING PAPERS

HOHE MANAGER/INNENGEHÄLTER UNTER RECHTFERTIGUNGSDRUCK

Authors
Thomas Wala
Barbara Cucka
Franz Haslehner
Publication date
20.07.2009
Degree programme
European Economy and Business Management, MA
E-Mail
barbara.cucka@fh-vie.ac.at
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ABSTRACT

Die globale Finanzkrise rückt die Diskussion um die Höhe von Manager/innengehältern erneut in den Vordergrund. Regelmäßig wird in der Tagespresse über Manager/innen berichtet, die trotz hoher Verluste und Werkschließungen astronomische Gagen beziehen. In Frankreich geht der Volkszorn bereits so weit, dass Spitzenmanager/innen von Sony, 3M oder Caterpiller von ihren eigenen Mitarbeiter/innen gekidnappt wurden („Bossnapping“), um gegen Massenentlassungen ohne angemessene Abfindungen bei gleichzeitig hohen Manager/innengehältern zu protestieren. Stimmenmaximierende Politiker/innen sind auf diesen Protestzug bereits aufgesprungen und propagieren stärkere Kontrollen sowie Beschränkungen für Manager/innengehälter. Spitzenmanager/innen verweisen in diesem Zusammenhang regelmäßig darauf, dass es die Allgemeinheit nicht wirklich etwas angehe, wie und in welcher Höhe private Unternehmen ihre Führungskräfte bezahlen. Die Festlegung der Manager/innengehälter sei Sache des von den Aktionären mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragten Aufsichtsrates. Weiters wird zwecks Rechtfertigung hoher Manager/innengehälter regelmäßig auf die Situation in den USA verwiesen, wo die Saläre von Top-Manager/innen noch weit über dem in Europa üblichen Niveau liegen. Und schließlich würden Pop-Stars oder Spitzensportler/innen ebenfalls sehr hohe Gagen beziehen, ohne dass sich irgendjemand darüber aufrege. Als marktüblich bezahlte/r Manager/in sähe man sich eben einer hierzulande stark ausgeprägten Neid-Kultur ausgesetzt, in der an einer betriebswirtschaftlich rationalen Argumentation gar kein Interesse bestünde. Der vorliegende Beitrag fasst die wesentlichen Entwicklungen und Erklärungsmuster betreffend hohe Manager/innengehälter zusammen und präsentiert einige Vorschläge, wie die sich im „Manager/innenmarkt“ mitunter nicht zur Gänze entfaltenden Markt- und Kontrollkräfte gestärkt werden könnten.
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