STUDIEN

Internationale Produktionsverlagerungen österreichischer Industrieunternehmen

AutorInnen Andreas Breinbauer
Franz Haslehner
Thomas Wala
Datum 2008
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Abstract

Die Internationalisierung von Unternehmen und insbesondere Produktionsverlagerungen ins Ausland haben eine große Bedeutung für Industrie und Arbeitsmärkte. Das „Offshoring“ von Produktionskapazitäten wurde in den letzten Jahren von Industrieunternehmen zunehmend eingesetzt, um ihre internationale Präsenz auszubauen und dabei vorteilhafte Kostenrelationen zu nutzen. Die Erweiterung der EU um zehn neue Mitgliedsländer hat dieser Entwicklung zusätzliche Dynamik verliehen. Vor diesem Hintergrund wurden Produktionsverlagerungen in den letzten Jahren vielfach als unausweichliche strategische Option für Industrieunternehmen angesehen (vgl. KINKEL/MALOCA, 2008a, S. 2). Zuletzt sorgte beispielsweise die Verlagerung der Handyproduktion der Firma Nokia aus Deutschland nach Rumänien für enormes Aufsehen in der Öffentlichkeit. Standortentscheidungen und damit auch Entscheidungen betreffend die Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland sind für Unternehmen von ausgesprochen hoher Bedeutung, weil sie ähnlich wie die Rechtsformwahl konstitutiven Charakter für ein Unternehmen haben. Sie sind zumeist nur unter Aufwendung erheblicher Ressourcen revidierbar und setzen somit für viele Folgeentscheidungen die Rahmenbedingungen (vgl. BERLEMAN/TILGNER, 2006, S. 14). Auch aus Sicht der Wirtschaftspolitik sind Standortentscheidungen von Unternehmen nicht zuletzt aufgrund der damit verbundenen Konsequenzen für die regionale Beschäftigungsentwicklung von hoher Relevanz. Nur wenn die politischen Entscheidungsträger die Determinanten von Verlagerungsentscheidungen kennen, können sie diese durch geeignete Maßnahmen gezielt verbessern (vgl. BERLEMANN/GÖTHEL, 2008, S. 33).