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VERRECHNUNGSPREISPROBLEMATIK IN DEZENTRALISIERTEN UNTERNEHMEN

AutorInnen
Thomas Wala
Erscheinungsdatum
08.05.2006
Studiengang
Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung, BA
E-Mail
thomas.wala@fh-vie.ac.at
Schlagworte
Verrechnungspreisproblematik dezentralisierten Unternehmen
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ABSTRACT

Der vorliegende Beitrag analysiert die sich aus der Dezentralisierung von Unternehmensstrukturen ergebende Verrechnungspreisproblematik. In Kapitel 2 werden zunächst die Vor- und Nachteile dezentraler Strukturen diskutiert. Insbesondere wollen Unternehmen mit der Einführung dezentraler Konzepte schnellere Entscheidungswege sowie eine größere Marktnähe ihrer Unternehmensbereiche erzielen. Sofern die dezentralen Unternehmensbereichen Lieferungen oder sonstige Leistungen austauschen, stellt sich die Frage nach der Festsetzung von Verrechnungspreisen, mit denen diese Leistungen bewertet werden. Kapitel 3 geht auf die verschiedenen Funktionen von Verrechnungspreisen in Unternehmen ein. Verrechnungspreise erfüllen als Hauptfunktionen die Koordination des Managements und die Erfolgsermittlung von dezentralen Einheiten des Unternehmens. Kapitel 4 stellt die verschiedenen Möglichkeiten dar, wie die zwischen verschiedenen Bereichen in einem Unternehmen ausgetauschten Leistungen bewertet werden können. Man unterscheidet marktorientierte Verrechnungspreise, kostenorientierte Verrechnungspreise sowie auf Verhandlungen basierende Verrechnungspreise. Marktorientierte Verrechnungspreise eignen sich dort, wo es einen nahezu vollkommenen Markt für die interne Leistung gibt, wenn nur geringe Verbundeffekte (Synergien) bestehen oder das Volumen der internen Leistungstransfers relativ geringfügig ist. In der Praxis werden in den meisten Fällen kostenorientierte Verrechnungspreise verwendet. Während Verrechnungspreise auf Grenzkostenbasis die Koordinationsfunktion bei kurzfristigen Entscheidungen unter bestimmten Umständen sehr gut erfüllen, führen Verrechnungspreise auf Vollkostenbasis bei kurzfristigen Entscheidungen typischer Weise zu Fehlentscheidungen. Zur Beurteilung der Erfolgsbeiträge dezentraler Einheiten sind kostenorientierte Verrechnungspreise kaum geeignet. Auf Verhandlungen basierende Verrechnungspreise beinhalten die größtmögliche Autonomie der Bereichsmanager, allerdings können die Verhandlungen zu Konflikten im Unternehmen und entsprechenden Schlichtungskosten führen. In Kapitel 5 wird auf steuerliche Implikationen internationaler Konzernverrechnungspreise hingewiesen. Internationale Konzernverrechnungspreise können vor allem dazu dienen, Gewinne in Konzerngesellschaften solcher Länder zu verlagern, deren Steuerlast möglichst gering ist. Allerdings werden zwischen den betriebswirtschaftlichen Verrechnungspreisfunktionen und der Zielsetzung der Steuerminimierung oftmals Zielkonflikte bestehen. Kapitel 6 fasst abschließend die wesentlichen Inhalte dieser Arbeit kurz zusammen.
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